Facts of Fiction (Paria 1991)

Wie kein anderer im deutschsprachigen Raum hat Jürgen Ploog (1935-2020) in seinen Essays die Literatur aus den Randzonen gleichsam programmatisch und prophetisch kommentiert und kritisiert.
Jahrzehntelang war er Verfechter und Vordenker einer Literatur, die in ihrem Bewußtsein mit den Transformationen der Lebenswelt Schritt halten kann. „Veränderungen in der Landschaft der Wahrnehmung werden Veränderungen in ihrer Darstellung nach sich ziehen. Ja. Aber das ist nur die handwerkliche Voraussetzung, die eigentliche Arbeit des Schreibers ist, über die Abenteuer, denen Bewußtsein ständig ausgesetzt ist, zu berichten, die noch nicht Allgemeingut gewordenen Erfahrungen/ Wahrnehmungen dingfest zu machen, sie fiktiv durchzuspielen.“
Am Beispiel von William S. Burroughs, Kathy Acker, Carlos Castaneda, Sam Shepard, Joseph Conrad und Rolf Dieter Brinkmann sowie in zwei grundlegenden Essays zur Wahrnehmung und zum Schreiben setzt sich Ploog mit der Zukunft der Literatur auseinander.